Wer nichts anpackt, der auch nichts bewegt

Fotografieren

Fotografieren ist eine wundervolle Beschäftigung, mein schönstes Hobby, dem ich nicht oft genug nachkommen kann. Ich selbst bin seit meinem achten (8) Lebensjahr leidenschaftlicher Fotograf. Damals erhielt ich von meiner Mutter, einer Fotolaborantin, eine Agfafotobox geschenkt. Eine Art Fotokasten, den man vor den Bauch hielt, durch einen Sucher das Bild erfasste und dann die Kamera ruhig halten und auslösen. Mit Glück hatte man ein ordentliches Bild im Kasten. Dann kam mit Muttern die Stunde der Kritik und Bildbesprechung und so verfeinerte sich die Fototechnik und das Interesse am Fotografieren wuchs ständig.

Fotografieren und Knipsen sind zweierlei und leider sind somit auch nicht immer alle Fotos Fotos, auch wenn sie so bezeichnet werden.  Meine Mutter sagte immer und dieser Satz hat sich tief in meinem Wissen verwurzelt, Bilder werden nicht geknipst auch nicht fotografiert, sie werden vom Fotografen beim Aufnehmen gestaltet. Dies bedeutet, dass ich nicht nur danach Ausschau halte, ob und was ich aufs Bild bekomme, sondern das das Bild stimmig ist und eine Aussage hat. Fotografiere ich zum Beispiel Personen, so müssen sie auch den Mittelpunkt des Bildes darstellen. Zu viel Umgebung lenkt ab und kein oder zu wenig Hintergrund verfälscht die Aussage oder verhindert sie sogar. Folglich die richtige Komposition des Bildes zu finden ist gar nicht so einfach und da ist dann auch wieder diese merkwürdige Eigenart von uns Menschen, der unterschiedliche Geschmack.   

Doch wenn ich mir heute so manches Bild ansehe, was angebliche Profis da abgeben, dann frage ich mich, was haben die in ihrem Sucher gesehen und soll das wirklich ein Bild sein! Wie letztens gesehen, fand man vor lauter Natur das Hochzeitspaar nicht, es kam einfach nicht zur Wirkung. Dann das nächste Bild, vor lauter Himmel konnte man sich nicht richtig konzentrieren, dann man erwartete von diesem Himmel eine Aktion, die ein eben nicht darstellen und oder auslösen kann. Und dann dieses übertriebene Ausleuchten der Profis. Den Bilder fehlt die Natürlichkeit und sie haben absolut keine Aussage, denn alles wirkt so künstlich und gestellt. Gute Fotografie erfordert oft viel Zeit und Geduld. Auch ergibt erst der dritte oder vierte "Schuss" das Bild. Aber das passt ja nicht in unsere schnelllebige Zeit, alles ist der Eile und Hast unterworfen.

Gerade aber Bilder, die unter den natürlich gegebenen Umständen, Bedingungen und Lichtverhältnissen, mit mehr oder weniger Schatten entstehen haben nicht nur einen eigenen Charme sondern erzählen dadurch eine Geschichte. Also weniger Technik mehr Auge und Verstand, Liebe zum Detail und die Bilder werden wieder anspruchsvoller.