Wer nichts anpackt, der auch nichts bewegt

Die Kopten

Die Koptisch-Orthodoxe Kirche

Der Name "Kopten"

Der Name "Kopten" geht über das arab. "al.qipt", auf das griechische "Aigyptioi" zurück, ist daher gleichbedeutend mit "Ägypter". "Kopte" weist heute auf den ägyptischen Christen hin.

Die Gründung der Koptischen Kirche

Wer sind die Kopten? Wo ist ihr Ursprung? Um diese Frage beantworten zu können müssen wir lange zurückblicken, bis zu den Alten Ägypter. Die Kopten sind die direkten Nachkommen der Alten Ägypter, des Volkes der Pharaonen im Land der Obelisken und Pyramiden. Schon im Altertum wurden sie Christen. Die Koptisch- Orthodoxe Kirche ist also die ursprüngliche Kirche Ägyptens, die bereits im 1.Jahrhundert von dem heiligen Evangelisten und Apostel Markus (62 n.Chr.) , der in Ägypten missionierte und das Christentum verbreitete, gegründet wurde. Die Kirche bezeichnet ihn als den ersten Patriarchen oder als Oberhaupt der Kirche. Er starb im Jahre 68 n.Chr. als Märtyrer. Ägypten wurde als eines der ersten Länder der Welt christianisiert !

Verfolgungen und Unterdrückungen

Die Koptische Kirche ist nie Staatskirche gewesen, sondern mußte sich von Anbeginn in einer Umwelt behaupten die dem Christentum feindlich gegenüberstand. Sie war die Kirche, die ihr Kreuz trug ihre gesamte Geschichte hindurch, seit der Zeit des Hl. Markus, die alle Generationen und Jahrhunderte der Christenheit durchläuft, und sie blieb fest, streng in ihrem Glauben, bis jetzt. Anba Shenouda III., derzeitiger Papst der Kopten, so haben die Kopten dem Christentum in mancherlei Prüfungen die Treue gehalten, obgleich ihr Land im 7. Jahrhundert durch die Araber (Muslimen) erobert wurde oder ihre Landsleute heute in der Mehrheit Muslime (Mohammedaner) sind. Auch im dritten Jahrhundert mußten sie sich stark zeigen. Hier erreichte die Verfolgungen einen Höhepunkt unter Kaiser Diokletian, als etwa 800 000 Menschen für ihren Glauben sterben mußten. Man darf diese Unterdrückung und Verfolgung der Kirche, die sich nach dem Ende des Römischen Reiches unter byzantinischer Herrschaft und danach unter dem Islam fortsetzte, aber nicht losgelöst betrachten von dem großen geistigen Reichtum, den das junge Christentum in Ägypten auch empfing.

Märtyrer

Durch diese Verfolgungen gingen aus der Koptischen Kirche eine große Zahl von Märtyrern hervor. Deshalb wird sie auch als Mutterkirche der Märtyrer bezeichnet. Wir können die Märtyrerzeit, die schon mit dem Apostel Markus begann, in drei Epochen einteilen, die sich in der Art der Verfolgung unterscheiden, abhängig vom jeweiligen Herrscher:

  • Die heidnisch-römische Verfolgungszeit: Seit der Missionierung durch den Apostel Markus 61 n.Chr. bis zur Zeit des Emperators Kontstantin (313 n.Chr.)
  • Die Zeit nach der Spaltung der Ost von der Westkirche (seit 451 n.Chr.)
  • Die Zeit unter den islamischen Regenten (seit 641 n.Chr.) Der Mut der ägyptischen Christen und ihre aufrichtige Sehnsucht, die Krone des Märtyriums zu erlangen, verwirrte die Verfolger derart, daß zum Beispiel Kaiser Diokletian nach Alexandrien kam, um die Verfolgung selber durchzuführen. Zu den bekannten Märtyrer zählen der Apostel Markus, St. Mena, St. Georg, St. Makarius, die Heilige Demiana, die Heilige Katharina, der heilige Märtyrer Salib, die 8000 heiligen Märtyrer zu Achmin, St. Moritz und viele andere. Das Märtyrerbuch "Synexarium" erzählt jeden Tag, den Tod eines heiligen Märtyrers. Dieses wird jeden Sonntag in der Kirche verlesen
  • Historische Bedeutung

Alexandria war damals die Stätte einer weltberühmten Universität und einer der wichtigsten vorchristlichen philosophischen Schulen. Die Kirche von Alexandrien und ihre Schule zog selbst die Philosophen zum neuen Glauben. Hier, in einem geistigen Zentrum der antiken Welt, begann der heilige Markus seine Mission, weshalb man die Koptisch-Orthodoxe Kirche auch die alexandrinische Kirche nennt. Er gründete die Theologische Schule von Alexandrien, die der Welt viele Gelehrte und Heilige schenkte, unter ihnen Athinagos, Pantinos, Klemens, den großen Origines, der angesehen war als der Vater der Theologie. Sie machten die Schule zu einem wirksamen Instrument, um den atheistischen Philosophen begegnen zu können. Neben Theologie wurden auch Physiologie, Medizin, Himmelkunde, Musik und Sprachen unterrichtet und die Bedingung, um aufgenommen zu werden, bestand in einem Leben in Demut. Die Theologische Schule von Alexandrien hat wesentlich dazu beigetragen, daß die Kirche Ägyptens früh eine führende Rolle im theologischen Entwicklungsprozeß der Kirche zuviel. Sie war eine Quelle für Tausende von Büchern und Studien, die in die Lehre der Väter mit eingeflossen sind. Und schließlich lehrte hier der Hl. Athanasios.

Verhältnis zu anderen Kirchen

Nach dem Konzil von Chalcedon im Jahre 451 n.Chr kam es im Osten aus theologischen und politischen Gründen zur Kirchenspaltung, die bis in die Gegenwart andauert. Im Mittelpunkt des Streites stand die Frage, wie das Bekenntnis zu Jesus Christus, dem menschgewordenen Gottessohn, eindeutig in Worte zu fassen ist. Diese Fragen um die wahre Natur Christi führte zum Bruch der alexandrinischen und anderen orientalischen Kirchen in dessen Folge erneute schwere Verfolgungen der Koptischen Kirche, diesmal von ihren Brüdern in Christus, einsetzten. Den Kopten wurde Monophysitismus unterstellt, d.h. sie halten nur an die eine (griech."monos"), die göttliche Natur (griech."physis") Christi fest und leugneten die menschliche Natur Christi. Dem war aber nicht so, vielmehr glaubten sie immer mehr an die zwei Naturen des Herrn in einer Natur: Er ist vollkommen in Seiner Gottheit; Er ist vollkommen in seiner Menschheit, aber Seine Gottheit und Menschheit wurden miteinander verbunden in einer Natur, die man nennen kann. "Die Natur des Fleischgewordenen Wortes" wie der Hl. Kyrillos von Alexandrien sagte: "meaphysis to logo sesarcomeni". "Christus konnte den Menschen am Kreuz nur erlösen, weil Er der Sohn Gottes und der Menschensohn war und beide Naturen, die göttliche und die menschliche in sich vereinte." Dieses Mysterium verteidigte der heilige Athanasios entschieden (wofür er viermal verbannt wurde), indem der der Anschauung Arians widersprach und daran festhielt, daß nicht nur der Mensch Jesus am Kreuz gestorben ist, wie jener meinte, sondern Gott selbst sich durch Seinen Sohn zur Erlösung der Menschen geopfert hat. Machtpolitische Erwägungen spielten dabei eine große Rolle. In Konstantinopel residierte der Kaiser, aber die Patriarchen und Päpste von Alexandria hatten nach wie vor die theologische Führungsrolle inne. Heute erweist sich, daß der damalige Bruch in engem Zusammenhang mit den politischen Kämpfen seiner Zeit standen, die sich in den Auseinandersetzungen um die rechte Definition niederschlugen. Der Inhalt, der Kern des Glaubens selbst war davon im Grunde unberührt und so hat sich die Wiederan näherung der östlichen Kirchen, unter anderem auch mit Hilfe des von Papst Shenouda gefragtem ökumenschem Dialog, - Dank sei Gott - in den letzten Jahren soweit vollzogen, daß inzwischen die gemeinsame Kommunion wieder möglich ist. Am 12.2.1988 wurde im Schlußprotokoll des Dialogs zwischen der Katholischen und der Koptischen Orthodoxen Kirche eine gemeinsame Christologieformel unterzeichnet. Das Treffen fand im Kloster Anba Bishoy, Wadi Natroun, Ägypten, statt. Am 8.3.1988 wurde im Schlußprotokoll der 2. Begegnung zwischen Theologen aus der Evangelischen Kirche in Deutschland und den Orientalischen Orthodoxen Kirchen eine ähnliche Formel unterzeichnet. Das Treffen fand im koptischen St. Antonius Kloster in Kröffelbach Kloster zu Kröffelbach statt. Im Juni 1989 kam eine Ver sammlung von Vertretern aller orthodoxer Kirchen im Kloster Anba Bishoy im Wadi Natroun zu einer eben solchen Einigung. Diese lautete etwa so: "Er, der ewige und unsichtbare Gott, wurde sichtbar im Fleisch und nahm Knechtgestalt an. In ihm sind alle Eigenschaften der Gottheit und alle Eigenschaften der Menschheit zugleich in einer wirklichen, vollkommenen, unteilbaren und untrennbaren Einheit bewahrt."

Mönchtum

Ägypten wurde nicht nur das erste christliche Land der Erde, sondern auch die Wiege des Mönchtums. Denn in der Koptischen Kirche enstand das christliche Mönchtum, und die herausragende, gleichsam erweckende, Gestalt in diesem Werdeprozeß war der Hl. Antonios der Große (251 - 356 n. Chr.), der in der ganzen Welt als Vater der Christlichen Mönchen angesehen wird. Neben ihm spielten auch der Hl. Pachomius (Gründer der Klostergemeinschaft), der Hl. Makarios der Große, er gründete die Klöster im Wadi El Natrun, und Anba Shenouda, Gründer des Einsiedlerlebens, beim Aufblühen des Mönchtums eine große Rolle. Es gab hunderte von Klöstern, Tausende von Koinobien und Höhlen in den Bergen und Hügeln Ägyptens. Johann Cassian, der mehr als zehn Jahre unter den Vätern der Wüste gelebt und ihre Ideen nach Europa gebracht hatte, schrieb, daß die Reisenden von Alexandrien im Norden und Luxor im Süden während ihrer gesamten Reise zu Land oder zu Wasser die Klänge von Gebeten der Mönche in den Ohren hatten, die hier und da in der Wüste verteilt waren, in den Klöstern, in den Höhlen: Mönche, Einsiedler, Anarchoreten. Mönchtum war für Ägypten ein Leben des Gebets, der Beschauung, der Einsamkeit, des Gottesdienstes, der Herzensreinheit. Sie hatten nichts in ihrem Sinne, in ihren Herzen, in ihren Gefühlen außer Gott allein. Sie hatten ein ruhiges und stilles Leben, in Gott verharrend. Sie waren ungebunden von jedem Menschen und jeder Sache, um gebunden zu sein allein an Gott. Die Botschaft von ihrem geistlichem Leben verbreitete sich überall. Sie schrieben nicht über sich; aber Menschen kamen von hier und da, nur um ein Wort zu hören von einem der Mönche, um es als Leitwort zu nehmen durch ihr Leben. Die heiligen Väter sprachen nicht, sie schrieben nicht, sie blieben still, sie blieben ruhig; sie waren keine Prediger, sondern waren Zelebranten; sie waren Musterbeispiele wahren Lebens. Sie waren das Ebenbild Gottes auf der Erde; sie waren Engel und lebten ein engelhaftes Leben. Dieses Erbe trug das Mönchtum in die Koptische Kirche hinein, in die christliche Erziehung. Die Väter lebten das Leben der Demut, der Schlichtheit. Sie erachteten sich als Ausländer und Fremdlinge in dieser Welt und suchten nach der wahren Heimat im Himmel. Das ist der Boden, auf dem die Kirche in Wahrheit hat überdauern können, durch die Verfolgung der Geschichte hindurch. Darin liegt vielleicht ihr größter Ruhm. Es war ihr Kreuz.

Die Koptischen Klöster

Wenn ein Tourist in Ägypten ist muß er sich die prachtvollen Klöster anschauen. Die neun wichtigsten besiedelten Klöster in Ägypten sind das Makarius-Kloster, Anba Bishoy, Baramous-Kloster, St.Mena Kloster, St. Paul Kloster, St. Antonius Kloster, das Kloster der heiligen Jungfrau Maria (Meharak) und das Anba Samuel- Kloster In vergangener Zeit wurden 77 Klöster ausgegraben. Dazu kommen noch eine Reihe von Nonnenklöster.

Die Koptische Baukunst

Die Kopten wirkten lange in der Kunst, insbesondere in der Baukunst, nachdem sie eine hervorragende Kultur überliefert bekamen. Zu dieser Kunst zählt das Eingravieren in Stein, das Schnitzen auf Holz, die Webkunst, das Herstellen von Papier (außerdem Papyrus wurden von ihnen 7 verschiedene Arten von Papier entwickelt), das Herstellen von einfachem und farbigem Glas, und die verschiedene Metallkunst und ihre Verarbeitung. Die Ikonenkunst in Kirche und Kloster spiegelt die darstellende Kunst wieder. Sie ist Inbegriff für das Leben eines Menschen, z.B. eines Heiligen.

Die Koptischen Hymnen

Zurück in das Alte Ägypten. Hymnen der Alten Ägypter wurden mit christlichen Texten neu besungen. Diese Hymnen finden wir heute noch im Gottesdienst. Viele Kirchenlieder des Gottesdienstes werden heute in musikalischen Noten herausgegeben. Die Koptische Kirche enthält eine Fülle von Kirchenliedern und Hymnen, die zu folgenden Anlässen gesungen werden

Trauer

Feier

Zeit des Fastens

Allgemeine Jahresanlässe

Vorbereitung auf die Weihnachtszeit

Palmsonntag und Kreuzfest

Die Koptische Sprache

Die Sprache der Kopten ist die altägyptische Sprache, geschrieben in koptischen Buchstaben. Diese wurden angewandt seit dem 2. Jahrhundert nach Christi Geburt Die Schreibung durchlief vier Epochen:

Die Hieroglyphen (diese begannen ca. 4000 vor Christi Geburt)

Die Hieratische Schrift

Die Demotische Schrift (oder die Schreibart durch das Volk)

Die Koptische Schrift (begann ca. 200 n. Chr. ; heute ist sie die angewandte Schreibart in der Kirche und in ihren Hymnen).

Die Koptische Sprache wird nur von wenigen Familien als Muttersprache gesprochen. Sie wird noch immer, vor allem im Gottesdienst, gepflegt. Umgangs- und Predigtsprache ist inzwischen das Arabische Sie ist auch für viele ein Lehr- und Forschungsgebiet. Die deutschen Gelehrten nehmen hierbei eine besondere Stellung ein.

Der Koptische Kalender

Die koptische Zeitrechnung ist die gleiche wie die altägyptische, die Tausende von Jahren vor Christi Geburt gegründet wurde. Der ägyptische Bauer benutzt diese Zeitrechnung noch heute, um die Sä- und Erntezeit zu bestimmen. Die Koptische Kirche benutzt den altägyptischen Kalender in der Kirche auch für die Feste. Der Koptische Kalender ist in zwölf Monaten eingeteilt. Jeder Monat dauert 30 Tage lang. Hinzu kommt der sogenannte "kleine Monat", der entweder 5 oder 6 Tage lang ist. Die Kopten nannten den Kalender 284 n.Chr. um und bezeichnen ihn heute nach den Märtyrern der Kirche. Seit dieser Zeit heißt er der Märtyrerkalender.

Oberhaupt

Das Oberhaupt der ägyptischen Kirche ist seit jeher der Patriarch der alten Landeshauptstadt Alexandrien. Seit dem 11. Jahrhundert befindet sich sein Amtssitz in Kairo, im Kloster "Deir el Anba Rueiss". Sein traditioneller Titel lautet "Seine Heiligkeit der Papst von Alexandrien und Patriarch des Stuhles vom heiligen Markus", die Anrede "Seine Heiligkeit". Nach der auf den altkirchlichen Konzilien festgelegten Ordnung gehört er mit dem römischen Papst und dem ökumenischen Patriarchen von Konstantinopel / Istanbul zu den ranghöchsten Bischöfen der Christenheit. Papst Shenouda III. Amtiert seit 1971 und ist der 117. Nachfolger des Hl. Markus. Er ist heute das Oberhaupt der Koptisch Orthodoxen Kirche. Durch ihn und seinen Vorgänger, dem heilgemäßem Papst Kyrillos VI., wurde eine große Erweckungsbewegung in der Koptischen Kirche eingeleitet. Die Erscheinung der Heiligen Jungfrau Maria in der Kirche in Zaitun, einem Stadtteil Kairos, im Jahre 1968 verliehen der lange Zeit geschwächten Kirche dabei eine große neue Kraft. Über einen engeren Zeitraum hinweg wurde sie dort regelmäßig von Tausenden Menschen gesehen und auch Heilungen oftmals aussichtsloser Krankheiten ereigneten sich dort in dieser Zeit. Vielleicht ist das ein Zeichen, daß die Orthodoxe Kirche Ägyptens immer unter Gottes Schutz stand und sich auf das Versprechen "und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen" (Math.16,18) verlassen hat.

Kopten und Islam - Religion und Staat in Ägypten

Eine große Aufgabe der Koptisch-Ortodoxen Kirche - und darin bedarf der intensivsten Unterstützung von Seiten aller übrigen christlichen Kirchen - ist der Dialog mit dem Islam. Angesichts der vielen Fundamentalisten der Gegenwart ist ihr hier eine Aufgabe übertragen, die wesentlich zum Bestand des Christentums überhaupt beitragen wird. Nach der Verfassung sind Kopten gleichberechtigte Bürger der Arabischen Republik Ägyptens, erfahren dennoch nicht selten das bedrückende Schicksal einer religiösen Minderheit: "DIE WELT" vom 24.9.1991 berichtet von:
"Breitangelegte Unterdrückung in Ägypten und Sudan / Rein- islamische Staaten als Ziel Mehr als 150 Menschen, darunter eine große Zahl muslemischer Fundamentalisten sind in Kairo nach Zusammenstößen mit koptischen Christen festgenommen worden. Bei den Zwischenfällen im Kairoer Stadtviertel Imbaba waren am Freitagabend zwei Kirchen in Brand gesteckt worden. 18 Menschen wurden verletzt. Zudem wurden nach Augenzeugenberichten Geschäfte und Wohnungen von Kopten geplündert. Die Zwischenfälle beweisen wie christliche Minderheiten in Ägypten, aber auch im Sudan vor allem die koptischen Gemeinden zunehmend Pressionen ausgesetzt sind."
"Muslime terrorisieren Christen Kinder werden von radikalen Muslimen gegen die christlichen Mitbürger in Ägypten aufgehetzt. In Kairo warfen sie Steine gegen Geschäfte und Wohnungen von Kopten"
"STERN" berichtet vom Anschlag am Nil:
"Im Kampf für einen Gottesstaat schossen radikale Moslems auch auf deutsche Touristen. Mit ihren Überfällen wollen sie die Regierung in Kairo ins Wanken bringen."

Zahlen der Kopten

Angaben über Anzahl der Kopten sind immer nur sehr ungefähr anzugeben, denn dies ist liegt daran, daß die ägyptischen Behörden (ausschließlich nur islamische Ämter) falsche Angaben weiterleiten um die Zahl der Kopten herunterzuhandeln und außerdem sind solche Zählungen in einem so dichtbesiedeltem Land sehr schwer Die Schwankungen der verschiedenen Angaben sind daher erheblich: Heute besitzt die Koptisch-Orthodoxe Kirche etwa 40 Diözesen mit schätzungsweise 8-12 Millionen Gläubigen, 7-12 % der Gesamtbevölkerung Ägyptens. Im Vorder Orient ist Ägypten heute dennoch das Land mit der größten christlichen Gemeinschaft

Das gemeinschaftlich-gesellschaftliche Leben der Kopten

Zu den wichtigsten Punkten im gemeinschaftlichem Leben zählen:

  • Die starke Bindung innerhalb der Familie
  • Die Respektierung der Eltern und alten Menschen.
  • Die wichtige Bedeutung der Frau innerhalb der Familie
  • Die Sorge und die Erziehung der Kinder.
  • Gesellschaftliches Leben mit Freunden und bekannten und ihre Anteilnahme an wichtigen Ereignissen innerhalb der Familie.
  • Die Fürsorge für Arme und Bedürftige
  • Die Gastfreundschaft für Fremde und die Liebe zu den Mitmenschen
  • Kopten in der Welt und in Deutschland

Papst Shenuda III. hat bisher 52 Bischöfe und 288 Priester weihen können, die den Glauben der Koptisch-Orthodoxen Kirche über die Grenzen Ägyptens hinaus getragen haben in einer Weise und Effektivität, die Respekt verlangt.

  • 41 Kirchen in den USA
  • 23 Kirchen in Europa
  • 13 Kirchen in Australien
  • 7 Kirchen in Kanada
  • 2 Kirchen in Libyen
  • 5 Kirchen in sonstigen arabischen Ländern
  • In einer Zeit, in der der Zulauf der Gläubigen zu den Kirchen des westlichen Christentums spürbar nachläßt und in der die Zahlen für den Priester- und Ordensnachwuchs stark rückläufig sind, verzeichnet die Koptisch-Orthodoxe Kirche ein einzigartiges Comeback. Gerade die Ausbreitung auf dem afrikanischen Kontinent ist beeindruckend. Nach 2 Diözesen im Sudan konnte eine weitere afrikanische Diözese eingerichtet werden. In Kenia, Sambia und Simbabwe wurden neue Kirchen eingeweiht. Dank der Koptischen Kirche und ihrer Tochterkirche in Äthiopien ist auf dem afrikanischem Kontinent ein einheimisches Christentum ununterbrochen seit nunmehr nahezu 2000 Jahren lebendig. Koptische Auswanderer und Exulanten leben auf allen Kontinenten, eine größere Anzahl auch in Deutschland. Hier hat die Koptische- Orthodoxe Kirche zur Zeit mehr als 10 Gemeinden und zwei Klöster. Das erst Koptische-Kloster in Europa besteht seit dem Mai 1980 in Waldsolms-Kröffelbach im Taunus. Seine Heiligkeit hat dort 1991 die St. Antonius-Kirche eingeweiht. Die Hauptziele dieses Vorhaben sind:
  • Die Errichtung einer Gebets- und Begegnungsstätte der Koptischen Orthodoxen in Deutschland und ganz Europa. Für alle Christen, gleich welchen Bekenntnissen, bedeutet dieses Vorhaben eine Einladung mitzubeten, und mitzubauen, damit die Einheit der Kirche näherrückt.
  • Die Errichtung von Versammlungsräumen für die Durchführung von gemeinsamen kulturellen und religiösen Seminaren für die Orthodoxen, Katholiken und Protestanten.
  • Die Förderung der Völkerverständigung durch die Begegnung von orientalischen und westlichen Christen, insbesondere unter den jungen Menschen; ein Ziel, das uns alle angeht.
  • Ausbau der bereits entstandenen Bibliothek, um Forschung in der Koptologie, Orthodoxie, Patrologie und der Ökumene zu fördern sowie um zur Erhaltung der koptischen Kultur beizutragen.

Allgemeines /Weiterführendes

Die koptische Kirche ist die christliche altorientalische Kirche Ägyptens mit je nach Quelle 5 bis 11 Millionen Gläubigen in Ägypten. Darüber hinaus gibt es kleine koptische Gemeinden in Libyen, im Sudan und einigen anderen Ländern.

Die Koptische Kirche geht auf das alexandrinisch-ägyptische Christentum der Spätantike (Patriarchat von Alexandria) zurück. Als Gründer der koptischen Kirche gilt der Überlieferung nach Markus, der Verfasser des Markusevangeliums, der im 1. Jahrhundert in Ägypten lebte, der erste Bischof von Alexandria war und 68 n. Chr. in Alexandria als Märtyrer starb. Deswegen wird die Kirche auch als alexandrinische Kirche bezeichnet.

Wachsende Teile der Bevölkerung Ägyptens traten bis zum 7. Jahrhundert der Kirche bei. Danach wurde die weitere Entfaltung des Christentums durch die islamische Eroberung Ägyptens eingeschränkt. Die koptische Kirche verwendet seit dem 2. Jahrhundert neben dem Griechischen die koptische Sprache bei Bibellesung, Gebet und Predigt und seit dem Mittelalter vorwiegend als Sakralsprache. Heute wird das Koptische nur noch selten als Alltagssprache benutzt, doch haben manche junge Kopten in den letzten Jahren begonnen, sich diese Sprache als Zeichen ihrer Identität wieder anzueignen (beispielsweise die Gemeinden in Frankfurt und Waldsolms).

In Folge der Auseinandersetzungen um das Konzil von Chalcedon 451 erfolgte die Spaltung der nicht-chalcedonischen oder altorientalischen Kirchen (u.a. Syrer, Armenier, Kopten, Äthiopier) und der chalcedonischen Kirchen (Orthodoxe Kirchen, Katholische Kirchen) über die Frage der gott-menschlichen Natur Christi.

Von den chalcedonischen Kirchen als Monophysiten bezeichnet, ziehen die altorientalischen Kirchen die Bezeichnung „Miaphysiten“ vor und sehen sich in Ablehnung der von ihnen verurteilten eigentlichen monophysitischen Lehre. Um sich von den chalcedonischen Kirchen abzugrenzen, bezeichnet sie jene als „Dyophysiten“.

Eine anlässlich des Konziles von Florenz am 4. Februar 1442 zwischen der Römisch-Katholischen Kirche und der Koptischen Kirche geschlossene Union blieb folgenlos. 1741, 1895 und 1947 gab es weitere Unionsversuche einiger Kopten mit der römischen Kirche, in deren Folge es zur Etablierung einer konkurrierenden, Rom-unierten Koptisch-katholischen Kirche kam. Diese ist jedoch mit nur etwa 200.000 Gläubigen und von ihrer Bedeutung her nicht mit der Koptischen Kirche vergleichbar.

1988 haben beide Kirchen eine Formulierung angenommen, die die in Chalcedon manifestierten theologischen Meinungsverschiedenheiten nach über 1500 Jahren weitgehend ausräumt.

Lehre und Struktur der koptischen Kirche

Der koptisch-orthodoxen Kirche steht ein Papst vor, seit 1971 ist dies Shenouda III. als 117. Nachfolger des Heiligen Markus. Das christliche Mönchtum hat seinen Ursprung bei den Kopten und bis heute in dieser Kirche eine reiche Tradition, es wurde durch den Heiligen Antonius (um 251–356) und durch Pachomios (um 292–346) begründet.

Die Kopten lehnen die Lehre des Ägypters Eutyches grundsätzlich ab (und sind damit keine Monophysiten), in der die menschliche Natur von der göttlichen quasi aufgesogen wird. Eutyches sprach von „einem Essigtropfen inmitten eines Meeres“. Das Dogma der koptischen Kirche entspricht dem der Konzilien von Nicäa, von Konstantinopel und dem von Ephesos, auf denen die Kirchenväter sich einstimmig über Christi Natur festgelegt haben. Das Bekenntnis von Nicäa wird von der koptischen Kirche in der ursprünglichsten Form verwendet, wie das Konzil von Nicäa es verabschiedete. Darin heißt es: „Wir glauben an den einen Herrn, Jesus Christus, Gottes einzigen Sohn, geboren aus dem Vater vor aller Zeit, Licht vom Lichte, wahrer Gott vom wahren Gott.“ Es handelt sich hierbei um das gleiche Glaubensbekenntnis, wie es mit einigen wenigen Ergänzungen in vielen anderen Kirchen des Ostens wie des Westens verwendet wird.

Jesus hat dem koptischen Dogma zufolge eine gott-menschliche Natur, die so vereint ist wie Feuer und Eisen in einem glühenden Eisenstück.

Papst Dioskorus, der Patriarch von Alexandria, der auf dem Konzil von Chalcedon 451 den orthodoxen Glauben verteidigte, widersprach der Trennung beider Naturen Christi mit dem Ausspruch: „Ich sah Christus über Lazarus’ Tod weinen, also ist er Mensch, ich sah ihn, Lazarus von den Toten auferwecken, also ist er Gott. Ich sah ihn im Boot schlafen, also ist er Mensch, ich sah ihn den Sturm stillen, also ist er Gott.“

Besonderheiten

Von allen anderen orthodoxen und orientalischen Kirchen unterscheidet sich die Koptische Kirche im praktischen Bereich durch ihre Jugendarbeit, was mit der sog. Sonntagsschulbewegung zusammenhängt, die ebenfalls einzigartig ist, und ihre sozialen Dienste. Sie hat sogar ein eigenes Bischofsamt für soziale Dienste und Ökumene. Bildung spielt eine große Rolle, was aus der Christologie gerechtfertigt wird.

Liturgie

Die Liturgie in der koptischen Kirche, deren kürzeste Form die Basilius-Version ist, dauert etwa drei Stunden. Sie besteht aus Morgenweihrauch, Stundengebet (dritte und sechste Stunde), Liturgie des Wortes (Lesungen, Evangeliumslesung und Predigt) und Anaphora (Liturgie des Leibes) mit Fürbitten, Gedächtnis der Heiligen und Kommunion. Die Liturgieform der koptischen Kirche ist der auf dem alexandrinischen Ritus basierende koptische Ritus.

Vor der Kommunion jeder Liturgie spricht der Priester die sog. „Homologia“, in der er das Bekenntnis ablegt: „Ich glaube, dass dies der lebensspendende Leib ist […] Er machte ihn eins mit seiner Gottheit ohne Vermischung, ohne Verquickung und ohne Veränderung. […] In Wahrheit glaube ich, dass seine Gottheit seine Menschheit keinen Moment lang und keinen einzigen Augenblick verlassen hat.“

Sitz

Das Oberhaupt der koptischen Kirche, der Papst von Alexandria und Patriarch von ganz Afrika, hat seinen Sitz offiziell sowohl in Kairo als auch in Alexandria. Tatsächlich wurde das Patriarchat aber bereits 1047 in das 973 zur Hauptstadt erhobene Kairo verlegt. Dort, im Stadtteil Abbassia, befindet sich auch das große Gelände des Patriarchats mit der 1968 geweihten Markuskathedrale und dem päpstlichen Palast. Konkathedrale des Patriarchats ist jedoch weiterhin die Markuskathedrale in Alexandria, ein Bau des 20. Jahrhunderts, der an der Stelle der der Tradition nach im Jahr 60 vom Evangelisten Markus gegründeten ersten Kirche der Stadt steht.

Nach der Verlegung des Patriarchats nach Kairo wurde zunächst die aus dem 3. Jahrhundert stammende Hängende Kirche im nilaufwärts des heutigen Stadtzentrums gelegenen Alt-Kairo (früher Fustat) päpstliche Kathedrale. Sie ist Mittelpunkt einer weiteren Ansammlung koptischer und christlicher Einrichtungen, unter ihnen die Georgskathedrale des griechisch-orthodoxen Patriarchats von Alexandria, das seinen Sitz ebenfalls in Kairo hat, und das Koptische Museum.

Vor der Weihe der heutigen Markuskathedrale in Kairo-Abbassia war die um 1800 von Papst Markos IX. geweihte Markuskirche im zentralen Stadtteil Azbakeya Kathedralkirche der Koptischen Päpste.

Verbreitung

Die im Folgenden angegebenen Mitgliederzahlen können nur geschätzt werden.

Afrika und Levante

Für Ägypten gehen die meisten Quellen (CIA World Fact Book, ägyptische Regierungsstellen, deutsches auswärtiges Amt, Radio Vatikan) von 5 bis 10% Christen, davon über 90% Kopten aus. Der Fischer Weltalmanach 2008 nennt, wie auch koptische Quellen, wesentlich höhere Zahlen von 12-15% Kopten.

Äthiopien: Die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche (um die 40 Millionen Mitglieder) hat seit der Einsetzung durch Papst Kirellos VI. 1959 ihren eigenen Patriarchen in Addis Abeba. Der derzeitige Amtsinhaber Abune Paulos erbat und erhielt 1994 von Papst Shenouda III. die volle Unabhängigkeit für die äthiopische Kirche, die den Papst von Alexandria jedoch weiterhin als Ehrenoberhaupt und die koptische Kirche als ihre Mutterkirche anerkennt.

Eritrea: Die zuvor zu Äthiopien gehörende eritreische Kirche erhielt 1998 von Papst Shenouda III. die Autokephalie als Eritreisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche. Der Erzbischof von Asmara wurde zum Patriarchen erhoben. Die Kirche von Eritrea hat 2 Millionen Mitglieder. Dessen Thron ist jedoch zur Zeit umstritten, da der von Alexandria und Äthiopien anerkannte dritte Patriarch, Abune Antoniyos für abgesetzt und unter Hausarrest gestellt und mit Abune Dioskoros ein nur von der eritreischen Regierung anerkannter Nachfolger inthronisiert wurde.

Kenia einige jüngere Gemeinden

Libanon ca. 2000 (offiziell vertreten durch die syrisch-orthodoxe Kirche)

Libyen

Sambia einige jüngere Gemeinden

Simbabwe einige jüngere Gemeinden

Sudan vermutlich 260.000 zu Beginn des 20. Jahrhunderts, rapide sinkende Zahl seit Einführung der Schari'a 1983

Syrien

Europa

Das Kloster St. Antonius in Kröffelbach

Deutschland: Kloster Brenkhausen bei Höxter (Bischofssitz); Klöster in Waldsolms-Kröffelbach (bei Wetzlar), Kirchen in München, Stuttgart, Frankfurt, Düsseldorf, Hannover, Berlin, Hamburg, Trier, Leipzig, Gemeinden ohne Kirchen in Bremen und Wilhelmshaven.

Österreich: ca. 5000, seit 2003 staatlich anerkannt. Kloster in Obersiebenbrunn; Kirchen in Wien, Graz, Klagenfurt, Linz und Bruck an der Mur; Gemeinde ohne Kirche in Innsbruck.

Schweiz: Gemeinden in Zürich, Basel, Biel, Vernier, Lausanne, Yverdon

Vereinigtes Königreich: Mehrere Gemeinden in London, Birmingham, Manchester uvm. Daneben untersteht die Britisch-Orthodoxe Kirche seit 1994 dem Patriarchat von Alexandrien.

Frankreich: Mehrere Gemeinden in Paris uvm.

Italien: Gemeinden in Mailand und Rom uvm.

Griechenland: Gemeinden in Athen uvm.

Asien

Israel: Gemeinden in Jerusalem uvm.

Amerika

Drei Diözesen in den Vereinigten Staaten mit deutlich mehr als einer Million Kopten (z.B. je über 20 Gemeinden in New York und Los Angeles) und Gemeinden in jeder größeren Stadt.

Kanada (Montreal, Toronto, Ottawa, Vancouver)

Brasilien kürzlich gegründete Diözese in Rio de Janeiro

Bolivien kürzlich gegründete Diözese Bolivien

Australien

Fast eine Million Kopten in Australien (Sydney, Melbourne, Canberra

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